
Liebe Leser:innen und Unterstützer:innen, am 14. April 2014 erschienen die ersten Texte auf Das Filter. Heute, auf den Tag genau 12 Jahre später, möchten wir uns von euch verabschieden. Zumindest ein bisschen.
All denjenigen von euch, die uns nach wie vor auf den Socials folgen, unser Magazin im Web besuchen oder uns sogar über Steady finanziell unterstützen, ist wohl aufgefallen, dass wir schon lange nicht mehr regelmäßig und umfangreich Texte veröffentlicht haben. Uns war und ist das natürlich auch bewusst. Wir haben in den vergangenen Monaten intensiv beraten und geprüft, ob und wie wir zum ursprünglichen Turnus zurückkehren können, oder ob tatsächlich ehrlicher und fairer gegenüber allen ist, einen Schlussstrich zu ziehen. Wir haben uns für Letzteres entschieden: Unser Online-Magazin geht nicht offline, wir stellen jedoch den aktiven Betrieb ein.
Die Gründe dafür sind so mannigfach wie offensichtlich. In unserer gemeinsamen Zeit haben sich die Lebensumstände aller Beteiligten weiterentwickelt und teils radikal verändert. So entstanden Schritt für Schritt neue und andere Prioritäten, denen Rechnung getragen werden muss. Gepaart mit gestiegenen Kosten für den Betrieb und individuellen finanziellen Herausforderungen lässt sich unser Magazin nicht mehr mit dem Qualitätsanspruch betreiben, den wir uns von Beginn an auf die Fahnen geschrieben haben – und auch viele Jahre hoffentlich eingelöst haben. Dazu kommt der anhaltende Wandel im Online-Journalismus per se.
Es war nie unser Wunsch, redaktionelle Arbeit in KPIs, SEO, Bezahlschranken und Abos zu denken. Von wenigen bezahlten Medienpartnerschaften abgesehen haben wir dies auch nie getan. Vielleicht war das naiv, vorzuwerfen haben wir uns aber nichts. Denn diese Mechanismen standen und stehen im Widerspruch zu dem, was Das Filter immer sein sollte: eine Plattform für Ideen, Thesen, Meinungen, Haltungen und Entdeckungen.
Unser größter Dank gilt vor allem all jenen Kreativen, die über die Jahre mit bewegenden und spannenden Texten, Interviews, Reportagen, Kolumnen, Illustrationen, Mixtapes und Fotografien Das Filter zu dem gemacht haben, was es ist. Eine Insel, die man vielleicht nicht täglich, aber immer wieder gerne besucht. Auch gilt unser Dank all unseren Partnerinnen und Partnern, mit denen wir zusammenarbeiten durften und so auch für das Unternehmen einiges ermöglicht haben
Wir tun alles dafür, dass unser Magazin mit dem bestehenden Content online bleibt – als Archiv und Beleg einer bewegten, spannenden und aufregenden Epoche. Alle Redakteur:innen und Autorin:innen haben in ihrer Karriere miterleben müssen, wie viele Jahre ihrer Arbeit im Online-Bereich einfach von Servern gelöscht wurden und in Vergessenheit gerieten. Das wollen wir nicht. Hoffentlich gelingt uns dieses Vorhaben. Und vielleicht – hoffentlich! – geht auch ab und zu noch ein neuer Text online.
Wir danken euch für die gemeinsame Zeit.
Eure Redaktion:
Jan-Peter, Ji-Hun, Susann, Thaddeus


